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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 27.Februar 2020

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Indizes vom 27.02.2020 (C) finanzen.net Indizes vom 27.02.2020 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. Nach einem massiven Abverkauf im frühen Handel und einer ebenso deutlichen Erholung schlossen die europäischen Aktienmärkte am Mittwoch kaum verändert. Doch die Schwankungen in Zeiten des Coronavirus sind massiv. Während es für den DAX nach der Eröffnung zunächst um gut 300 Punkte nach unten ging, folgte ein Anstieg um 481 Zähler oder vom Tief gut 4 Prozent.

In Werten der dritten Reihe waren die prozentualen Ausschläge teilweise noch höher. Bei einigen Marktteilnehmern liegen allmählich die Nerven blank. Weiterhin ist schwer zu greifen, inwieweit die Auswirkungen des Corona-Virus den globalen Konsum, die Lieferketten und das Wirtschaftswachstum belasten und beschädigen.

Nach Einschätzung von Berenberg steigt das Risiko einer Pandemie und damit einer längeren Belastung der Konjunktur. In den USA hat derweil die Gesundheitsbehörde CDC vor einer Ausbreitung des Coronavirus und erheblichen Auswirkungen auf das öffentliche Leben gewarnt. Die Behörde sagte, Geschäfte, Schulen und Kommunen sollten nun Pläne für Virusausbrüche vorbereiten. Angesichts wachsender Furcht vor dem neuartigen Coronavirus auch in den USA will sich Präsident Donald Trump an die Öffentlichkeit wenden. In den USA, wo bereits knapp 60 Infektionsfälle gemeldet wurden, wachsen die Sorgen angesichts des Coronavirus.

Derweil breitet sich das Virus in Europa weiter aus. In Italien ist die Zahl der Infizierten auf über 300 gestiegen. Auch in Deutschland ist das Coronavirus angekommen. Erstmals wurden Infektionen in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen bestätigt.

Unterstützung für die europäischen Aktienmärkte kam am Nachmittag von der Wall Street. Der DAX beendete den Tag mit einem Minus von 0,1 Prozent bei 12.775 Punkten. Für den Euro-Stoxx-50 gingt es um 0,1 Prozent auf 3.578 Punkte nach oben. Dabei half die Börse in Spanien, die um 0,7 Prozent zulegte. Hier half das Plus von 5 Prozent des spanischen Versorgers Iberdrola, der im vergangenen Jahr Umsatz und Gewinn gesteigert hat. Die Aktionäre können sich zudem über eine höhere Dividende freuen.

Die europäischen Staatsanleihen kamen leicht von den Hochs der vergangenen Tage zurück. Goldprofitiert von der Risikoaversion und steigt, die Feinunze kostet aktuell 1.640 Dollar.

Touristiksektor im Auge des Coronavirus-Sturms

Leichter tendierten einige Werte aus dem Luftfahrt- und Touristiksektor. "Die Unternehmen stehen an vorderster Front, was die Virusfolgen angeht", sagte ein Händler. Kreuzfahrt-Unternehmen würden noch empfindlicher als Airlines getroffen, da sie auch mit mittelfristigen Stornos und komplett geänderten Urlaubsplänen zu kämpfen hätten. So gaben die Aktien von Tui um 3 Prozent nach, Carnival notierten 2,6 Prozent tiefer. Der Sektor stellte mit einem Abschlag von 2 Prozent den größten Verlierer.

Von der Berichtssaison gab es einige gute Nachrichten, die auch für Gewinne in den Aktien sorgten. Als "sehr ordentlich" wurden die Zahlen des Zeitarbeitsvermittlers Adecco (plus 2,1 Prozent) im vierten Quartal bezeichnet. Adecco habe sich angesichts der wirtschaftlichen Abschwächung gut gehalten, die Erwartungen der Analysten wurden leicht übertroffen. Vor allem die Margenstärke werde positiv gewertet, merkte ein Händler an. Die Dividende bleibt daher unverändert, dazu kommt ein Aktienrückkauf im Volumen von 600 Millionen Euro.

Der italienische Saipem-Konzern legte ebenfalls gute Gewinnzahlen vor. Der operative Gewinn auf EBITDA-Basis lag 20 Prozent über den Erwartungen, wie ein Händler sagte. Für die Aktie ging es 4,9 Prozent nach oben, obwohl der Umsatzausblick leicht unter der Erwartung liegt.

"Mehr oder weniger im Rahmen der Erwartungen", so ein Händler mit Blick auf die Geschäftszahlen von Thales. Positiv sei der starke Auftragseingang. Mit über 19,1 Milliarden Euro liege er gut 5 Prozent über den Schätzungen. Thales gewannen 6,1 Prozent.

Peugeot zieht den Sektor nach oben

Positiv kam an der Börse an, dass Peugeot im vergangenen Jahr sowohl Umsatz als auch Gewinn deutlich gesteigert hat. Die Analysten der DZ Bank verwiesen darauf, dass die Sanierung von Opel Früchte in Form einer operativen Marge von über 6 Prozent trage und damit fast das Konzernniveau von 8,5 Prozent erreiche. Die Analysten erwarten durch die Fusion mit FiatChrysler harte Einschnitte bei den Produktionskapazitäten, die sich nur über die Schließung von Produktionsstätten realisieren lassen. Für die Aktie ging es um 4,8 Prozent nach oben, der Sektor gehörte mit einem Plus von 1,3 Prozent zu den Gewinnern des Tages.

Die Aktien von ASM International stiegen sogar um fast 10 Prozent. "Der Markt kauft heute alles, was ohne Belastung durch das Virus auskommt", kommentierte ein Händler. Die Analysten der ING lobten, dass Umsatz und Bruttomarge höher ausgefallen seien als erwartet.

(Quelle: finanzen.net)

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