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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 6. November 2019

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Indizes vom 05.11.2019 (C) finanzen.net Indizes vom 05.11.2019 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. An den europäischen Aktienmärkten hat sich am Dienstag keine einheitliche Tendenz durchgesetzt. DAX und Euro-Stoxx-50 notierten bei stark uneinheitlichen Einzelwerten wenig verändert. Während der DAX mit 13.148 Punkten den Tag nur knapp über dem Schluss vom Montag beendete, reichte im Euro-Stoxx-50 ein kleines Plus von 0,3 Prozent auf 3.677 Punkte immerhin zu einem neuen Jahreshoch.

Dabei lief die Rotation in den Einzeltiteln und Branchen weiter. Gefragt waren Aktien, bei denen Anleger noch Nachholpotenzial sehen. In Europa waren das die Rohstoff-Titel, die Öl- und Gaswerte sowie die Aktien der Banken. Ihre Branchenindizes schlossen alle 1 bis 2 Prozent höher.

Dagegen standen die in diesem Jahr lange favorisierten konjunkturunabhängigen Aktien der Nahrungsmittelkonzerne, der Pharma-Unternehmen und der Versorger sowie der Immobilienkonzerne weiter mehr oder weniger stark unter Druck.

Grund für die Rotation ist die Überzeugung, dass eine bevorstehende Entschärfung des Handelsstreits und ein geregelter Brexit die Konjunktur im kommenden Jahr anschieben dürften. Anleger sollten nun Chancen schnell nutzen, sagte Carsten Hermann vom Investment-Management des Feri Trust: "Dazu gehört im aktuellen Marktumfeld auch eine stärkere Gewichtung Europas und Deutschlands sowie zyklischer Werte", so der Experte.

Auch am deutschen Aktienmarkt waren Nachzügler gefragt, so die Zulieferer aus dem Automobilbereich wie Schaeffler, Leoni und Bertrandt. Im DAX zogen BMW um 1,7 Prozent auf 72,80 Euro an. Daneben setzten Wirecard ihre Erholung mit einem Plus von gut 3 Prozent fort, Conti stiegen um 2,1 Prozent. Auf der Verliererseite stachen RWE mit einem Minus von 2,7 Prozent heraus, aber auch Vonovia, die um 2,4 Prozent fielen, obwohl die neuen Geschäftszahlen als solide eingestuft wurden. Adidas gaben 1,7 Prozent ab.

Berichtssaison macht Einzelkurse - Kurssprung bei Schaeffler

Für starke Bewegungen bei den Einzelwerten sorgte die Berichtssaison am Dienstag vor allem in der zweiten und dritten Reihe. Für einen Freudensprung von über 13 Prozent sorgten die Geschäftszahlen von Schaeffler. Diese sind deutlich über den Prognosen ausgefallen. Der Cashflow lag klar im positiven Bereich dank eines besser als erwartet verlaufenen Geschäfts in Nordamerika. Auch die Kostensenkungsmaßnahmen greifen schneller als prognostiziert. Daneben zogen aber auch Leoni um fast 13 Prozent stark an, und Bertrandt setzten die Erholung mit einem Plus von 7,1 Prozent fort.

In der Spezialchemie ist Evonik angesichts der mauen Konjunktur etwas vorsichtiger geworden und passte die Umsatzziele für das Gesamtjahr nach unten an. Den Gewinnausblick hat Evonik aber bestätigt. Entsprechend stieg die Aktie um 3,8 Prozent.

Beim niederländischen Chemieunternehmen DSM ist der Umsatz in den ersten neun Monaten um 3 Prozent gestiegen, der Gewinn sogar um 11 Prozent. Hier ging es um 2,2 Prozent nach oben.

Unsicherheit bei Hugo Boss überträgt sich auf den Aktienkurs

Hugo Boss drehten dagegen nach einem festen Start ins Minus, der Kurs fiel um 2,7 Prozent. "Hier regiert die Unsicherheit", sagte ein Händler mit Blick darauf, dass der Konzern keine detaillierten Aussagen zum kommenden Jahr machen will. "Die Verschiebung des Renditeziels von 2022 nach hinten ist ebenfalls kein gutes Zeichen", sagte er. Von Peers wie LVMH habe sich Hugo Boss nachhaltig abgekoppelt.

Der schweizerische Zeitarbeitsvermittler Adecco hat die Erwartungen zwar verfehlt, der Kurs stieg aber um 0,8 Prozent. Für die Aktie des Konkurrenten Randstad ging es um 1,7 Prozent nach oben.

Gegenwind bei Siemens Gamesa belastet auch Nordex und Vestas

Siemens Gamesa hat mit starkem Wachstum im vierten Quartal die selbst gesteckten Ziele erreicht. Der kräftige Preisdruck in der Windenergiebranche belastete allerdings die bereinigte operative Gewinnmarge. Sie fiel trotz eines 12-prozentigen Umsatzwachstums und soll im neuen Geschäftsjahr noch weiter leiden. Entsprechend verabschiedeten sich Anleger und ließen den Kurs um 8,7 Prozent einbrechen. Dies zog auch Nordex im TecDAX um 0,7 Prozent nach unten und in Kopenhagen die Aktie des Wettbewerbers Vestas um 2,2 Prozent.

Der Telefonkonzern Telefonica ist im dritten Quartal ins Minus gerutscht, hat aber den Jahresausblick bestätigt. Der Kurs verlor 1 Prozent.

(Quelle: finanzen.net)

 

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