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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 8. Oktober 2019

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Indizes vom 07.10.2019 (C) finanzen.net Indizes vom 07.10.2019 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. Europas Börsen sind mit Kursaufschlägen in die Woche gestartet. Im Handel war von einem ruhigen Geschäft die Rede. Schwache deutsche Auftragseingänge belasteten nicht. Im Handel war von einem gewissen Gewöhnungseffekt die Rede. Die Anleger warten auf die Fortsetzung der Verhandlungen im US-chinesischen Handelskonflikt am Donnerstag. Der Wirtschaftsberater im Weißen Haus, Larry Kudlow, schließt Fortschritte nicht aus.

Der DAX gewann 0,7 Prozent auf 12.097 Punkte, der Euro-Stoxx-50 stieg 0,7 Prozent auf 3.471. Allerdings setzt China bei den Verhandlungen anders als die USA auf kleinere Lösungen. Vizepremier Liu He sagte Berichten zufolge, dass China die wichtigsten Forderungen der USA nicht erfüllen werde, einschließlich Verpflichtungen zu Reformen der chinesischen Industriepolitik oder staatlichen Subventionen.

"Ich gehe davon aus, dass uns der Handelskonflikt über den Jahreswechsel hinaus begleiten wird", erwartet Thomas Altmann, Portfolio-Manager bei QC Partners. Daneben standen weiter Nachrichten zum Brexit und auch erste Unternehmenszahlen im Rahmen der gerade anlaufenden Berichtssaison im Fokus der Anleger.

Osram und AMS nach geplatztem Deal schwach

Im Blick stand die Osram-Aktie, nachdem der österreichische Bieter AMS sein Übernahmeziel nicht erreicht hat. AMS hat nicht die erforderlichen 62,5 Prozent des Osram-Kapitals hinter sich bringen können. Aufgeben wollen die Österreicher aber nicht, zumal sie sich von der industriellen Logik einer Zusammenarbeit weiter überzeugt zeigen. Weil AMS fast ein Fünftel aller Osram-Aktien hält, kann kein anderer Käufer den vollen Durchgriff bei Osram erlangen. AMS gaben 0,9 Prozent nach, Osram 3,3 Prozent.

Positiv wurde gewertet, dass der für Mitte Oktober geplante Prozess gegen Bayer um die Gesundheitsgefahren des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat verschoben werden soll. Das bestätigte der Chef-Verhandler im Mediationsverfahren zwischen Bayer und den Klägeranwälten. Marktexperten werteten das dahingehend, dass Bayer an einem "großen Vergleich" arbeite. Bayer gewannen 1,4 Prozent.

Safilo verloren 9,9 Prozent. Die Italiener sind nach Luxottica der zweitgrößte Brillenhersteller der Welt und führen Marken wie Max Mara, Hugo Boss und Givenchy unter ihrem Dach. Der Kurs war seit Anfang Oktober kräftig angesprungen aufgrund von Spekulationen, Kering könnte als Übernehmer interessiert sein. Weil aber Ende vergangener Woche eine Vereinbarung zur Produktion von Gucci-Produkten für Kering getroffen worden sei, schienen die Franzosen nicht an einer Übernahme interessiert zu sein, so die Analysten bei Equita SIM.

Einen Ertragsschub erwarten die Analysten von Shore Capital durch den Verkauf eines blauen Diamanten aus der Cullinan-Mine mit 20,08 Carat für Petra Diamonds (plus 8,4 Prozent). Sie erwarten, dass dieser Stein einen Preis von 13 bis 15 Millionen Euro erzielen kann.

Fluggesellschaften zeigten sich am Montag erholt. Lufthansa und Air France-KLM stiegen 4,2 bzw 4,9 Prozent und die skandinavische SAS sogar 11,7 Prozent. Letztere profitierten von sehr guten Verkehrszahlen, die auch den Sektor stützten.

Gewinnwarnung aus Großbritannien im Baustoffsektor

Nach einer Gewinnwarnung des britischen Baustoffhändlers SIG ging es für das Papier um 15,9 Prozent nach unten. Die Investitionszurückhaltung wegen des Brexit macht dem Unternehmen zu schaffen. Im Gefolge verloren auch Saint Gobain leicht um 0,2 Prozent.

HSBC (plus 0,4 Prozent) reagierten kaum auf Berichte zu geplanten Massenentlassungen. "Bevor das kostensenkend wirksam wird, müssen erst die ganzen Abfindungen verdaut werden", sagte ein Händler. Und weiter: "Besonders weil HSBC explizit bei den hochrangigen Mitarbeitern ansetzen will." Laut Financial Times will die Bank bis zu 10.000 Stellen streichen.

Positiv werteten Händler die Zahlen zum Wachstum im dritten Quartal von Hypoport. Das Unternehmen berichtete von einer deutlich gestiegenen Wachstumsdynamik. Der Kurs legte um 5,2 Prozent zu.

In Portugal bewegte der Sieg der regierenden Sozialistischen Partei von Ministerpräsident Antonio Costa bei der Parlamentswahl den Aktienmarkt nicht größer. Das Marktbarometer PSI-20 schloss in etwa im Einklang mit den europäischen Gesamtmärkten 0,5 Prozent fester.

(Quelle:finanzen.net)

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