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Veranstaltungskalender Hannover - Aktuelle Events, Konzerte und Termine

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DER FREISCHÜTZ Oper von Carl Maria von Weber
Samstag, Dezember 12, 2015  19:30   /   Samstag, Dezember 12, 2015 
Hannover

 
 
Adresse: Staatsoper Hannover, Opernplatz, Hannover , Karten-Hotline : 0511-99991111
Zusatzinformationen:
Romantische Oper in drei Aufzügen (1821)
Libretto von Friedrich Kind

Max, einst ein erfolgreicher Jäger, hat das Jagdglück verlassen. Seit der Probeschuss näher rückt, durch den er seine geliebte Agathe gewinnen und außerdem noch sein Anrecht auf die Amtsnachfolge des Erbförsters behaupten soll, hat seine Zielsicherheit merklich nachgelassen– ein klassischer Fall von Versagensangst angesichts einer öffentlichen Prüfung, die nicht nur den fähigen Schützen, sondern auch den potenten Mann unter Beweis stellen soll. In solcher Not hilft nur schwarze Magie in Gestalt der treffsicheren Freikugeln, die der finstere Jägerbursche Kaspar Max in der Wolfsschlucht offeriert. Der Haken an der Sache liegt jedoch in der letzten Freikugel, die der »schwarze Jäger« Samiel nach seinem Gutdünken lenken kann. Und just diese ist es, die Max für den Probeschuss bleibt, und die eigentlich für Agathe gedacht war. Doch ein Eremit hat Agathe unter den Schutz des Himmels gestellt, und die Kugel trifft stattdessen Kaspar, der mit einem Fluch sein Leben aushaucht. Mit milder Autorität schafft der Eremit den Brauch des Probeschusses ab und ersetzt ihn durch ein Probejahr, in dem sich Max seiner Agathe würdig erweisen soll. Im Gegensatz zu seinem Protagonisten Max hat Carl Maria von Weber mit seinem Freischütz »ins Schwarze getroffen«, wie er 1821 nach der Berliner Uraufführung mit Genugtuung feststellte. In einer Zeit, in der in der preußischen Hauptstadt die italienische Oper, vertreten durch den königlichen Generalmusikdirektor Gaspare Spontini, quasi eine Monopolstellung hatte, wurde Webers Werk als Durchbruch einer genuin deutschen Oper gefeiert. Es wurde als zukunftweisender Grundstein für die weitere Entwicklung stilisiert, und Richard Wagner setzte ein entsprechendes Zeichen, als er 18 Jahre nach Webers Tod die Überführung von dessen sterblichen Überresten von London nach Dresden veranlasste. Seither gilt »Der Freischütz« als »deutsche Nationaloper« schlechthin, mit den entsprechenden Attributen des deutschen Waldes, biedermeierlicher Idylle und stimmungsvoller Schauerromantik. Doch bei genauerer Betrachtung erweist sich, dass diese Oper weit mehr ist als die Klischees, die ihr anhaften. Schon Weber selbst hat darauf hingewiesen, dass der Satz »Mich umgarnen finstere Mächte« zentrale Bedeutung sowohl für die Atmosphäre der Handlung als auch für den Klangcharakter der Musik besitzt. Die Welt des Freischütz ist keine intakte, und schon gar keine idyllische; hinter der bürgerlichen Fassade tut sich ein schrecklicher Abgrund auf, gesellschaftliche Zwänge geraten in unauflösbaren Konflikt mit individueller Glückssuche, und die Emphase der versöhnlichen Ansprache des Eremiten am Schluss der Oper deutet allenfalls darauf hin, dass die Angst auch nach dem scheinbar glücklichen Ende der stetige Begleiter dieser Gesellschaft bleiben wird, die eben deshalb solch frommer Predigten bedarf.