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KunstFestSpiele Herrenhausen 2018 - Vorstellung des Programms

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KunstFestSpiele Herrenhausen 2018 - Vorstellung des Programms Kunstfestspiele Herrenhausen

HANNOVER. In ihrer neunten Ausgabe wagen die KunstFestSpiele Herrenhausen vom 18. Mai bis 03. Juni 2018 neue Experimente, empfangen zur Eröffnung die amerikanische Theaterlegende Robert Wilson und bringen das Requiem von Berlioz in den riesigen Kuppelsaal des HCC. Intendant Ingo Metzmacher stellt heute in der Orangerie der Herrenhäuser Gärten das Programm des internationalen Festivals zeitgenössischer Künste vor. Rund 60 Veranstaltungen sind in Hannovers berühmten Gärten und in der Stadt zu sehen. 

Der Vorverkauf für alle Veranstaltungen startet heute, am 24. Januar 2018, online und telefonisch, im Künstlerhaus Hannover und an allen bekannten Vorverkaufsstellen. www.kunstfestspiele.de

Intendant und Dirigent Ingo Metzmacher setzt in seiner dritten Ausgabe der KunstFestSpiele Herrenhausen an 17 Festivaltagen auf neue künstlerische Akzente und bringt in einem dichten Programm scheinbar Gegensätzliches zusammen. Insgesamt werden 22 Produktionen und drei temporäre Installationen gezeigt, darunter die Uraufführung einer Auftragskomposition der KunstFestSpiele, eine Eigenproduktion und drei Neuinszenierungen für Herrenhausen. Neben Robert Wilson sind das GrauSchumacher Piano Duo, Tim Etchells, graindelavoix, Tabea Zimmermann, Eszter Salamon und Rabih Mroué und viele mehr zu erleben. 

Rund um Orangerie, Galerie und Großen Garten in Herrenhausen werden auch in diesem Jahr Genregrenzen gesprengt: Tanz wird zur bewegten Ausstellung, Theater findet innerhalb einer Klanginstallation statt, Musik trifft auf Medienkunst, eine Band für zeitgenössische Musik tritt auf und Kompositionen von Schönberg und Rihm sind an einem Konzertabend zusammen mit einer kanadischen Geigerin aus der Post-Rock-Szene zu erleben. 

2018 wird es erstmalig einen Festivalcampus geben, zu dem Studierende mit ihren Dozent_innen aus fünf niedersächsischen Universitäten eingeladen sind. Die zentralen Spielorte des Festivals – die Galerie und die Orangerie, das Arne Jacobsen Foyer, der Große Garten und erstmals der Berggarten – befinden sich in der prachtvollen Kulisse der Herrenhäuser Gärten. Die Aufführungsorte außerhalb von Herrenhausen, die Marktkirche und der Kuppelsaal des HCC, tragen das Festival bis in die Stadt Hannover hinein. Zwischen Ehrenhof und Orangerie bildet das Spiegelzelt erneut das Festivalzentrum der KunstFestSpiele. 

 Ingo Metzmacher, Intendant der KunstFestSpiele Herrenhausen: „Die KunstFestSpiele bleiben eine Herzensangelegenheit für mich, ‚das beste aller möglichen Festivals’ sozusagen. Höhepunkte gibt es zu jeder Zeit des Festivals: Robert Wilson kommt persönlich zur Eröffnung, zur Halbzeit des Festivals das große Requiem von Berlioz mit 500 beteiligten Künstler_innen, und eine „Tanzausstellung“ von Eszter Salamon zum Finale in der prächtigen Galerie Herrenhausen. Wir erfahren immer öfter, dass die Künstler_innen, die wir ansprechen, sehr gerne nach Hannover kommen. Es spricht sich offenbar herum, dass sie hier auf ein ganz besonderes Publikum treffen, das offen ist für künstlerische Grenzübertretungen, und auf eine Dynamik rund um unser Festivalzentrum, die ihresgleichen sucht.“

Stefan Schostok, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Hannover: „Die KunstFestSpiele Herrenhausen sind in ihrer 9. Ausgabe inzwischen eine feste Größe in Hannover. Für das monumentale Requiem von Hector Berlioz versammeln die KunstFestSpiele 2018 wieder eine große Zahl von hannoverschen Musiker_innen. Die NDR Radiophilharmonie, das Orchester der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover und neun hannoversche Chöre werden diese grandiose Musik im Kuppelsaal zur Aufführung bringen. Mit sprühender musikalischer Leidenschaft und hoher künstlerischer Kompetenz hat Ingo Metzmacher mit seinem Team für die KunstFest Spiele 2018 ein spannendes und sehr attraktives Programm zusammengestellt, auf das wir uns freuen können. Deshalb ist es eine großartige Nachricht, dass Ingo Metzmacher für weitere drei Jahre die Intendanz übernommen hat. Ich bin sicher, dass das anspruchsvolle Programm die überregionale Bedeutung unseres Festivals erhöhen und auch noch mehr Hannoveraner_innen in seinen Bann ziehen wird.“ 

Das Programm 2018 

Zur Eröffnung des Festivals am 18. Mai 2018 steht eine Legende des zeitgenössischen Theaters persönlich auf der Bühne der Orangerie Herrenhausen. Der amerikanische Theaterregisseur und Performer Robert Wilson zeigt John Cages Lecture on Nothing, die er 2012 für die Ruhrtriennale inszenierte und die seitdem erstmals wieder in Deutschland zu sehen sein wird. In seiner szenischen Performance entwickelt Wilson einen akustisch wie visuell gleichermaßen inspirierenden Zugang zu Cages bahnbrechender Musik aus Worten. Am Eröffnungsabend werden neben dem Spiegelzelt zudem Installationen an zwei besonderen Orten der Herrenhäuser Gärten eröffnet. Im „Paradies“ des Berggartens wird die Klanginstallation When Elephants Fight, It Is the Frogs that Suffer des US-amerikanischen Fluxus-Künstlers Benjamin Patterson zu erleben sein, die zuletzt auf der documenta 14 in Athen und Kassel ausgestellt wurde. Der englische Regisseur, Schriftsteller und Performer Tim Etchells wird das Arne Jacobsen Foyer am Eingang zum Großen Garten mit seinen Licht- und Klanginstallationen Best of All / What Can bespielen. Mit Bezug auf Leibniz` These, nach der die Welt, in der wir leben, die beste aller möglichen Welten sei, fragt er kritisch, ob es uns überhaupt gelingen kann, eine ‚bestmögliche Welt‘ zu erschaffen. 

Am Eröffnungswochenende folgen die Marathonperformance This Here and That There – Herrenhausen Quartet von Vlatka Horvat in und an den Schwanenteichen im Großen Garten und mit Hysterical Furniture ein vierstündiger, anarchischer Abend mit Performance, Tanz, Musik, Video und Kulinarik des Choreografen Jonathan Burrows und des Komponisten Matteo Fargion, in dem auch Tim Etchells nochmals mitwirkt. 

Fünf Konzerte von international renommierten Musiker_innen sowie das große Requiem von Berlioz stehen im musikalischen Programm 2018: Das GrauSchumacher Piano Duo nimmt das Publikum mit auf eine aufregende Reise, die vom Beginn der Moderne mit Claude Debussy bis in die aktuellste Gegenwart führt, zur Uraufführung eines neuen Werkes von Brigitta Muntendorf, Teil ihrer Trilogie für zwei Flügel, das die KunstFestSpiele in Auftrag gegeben haben. Die Bratschistin Tabea Zimmermann, das Humboldt Trio und das Tetzlaff Quartett werden auf den Bühnen in Herrenhausen zu erleben sein. Christian Tetzlaff wird dabei ein spezielles Late-Night-Concert spielen und das Humboldt Trio wagt einen außergewöhnlichen Abend gemeinsam mit der kanadischen Geigerin Sarah Neufeld, die regelmäßig mit Indie-Rock-Bands wie Arcade Fire auftritt. Zwei musikalische Welten, die zumeist völlig getrennt voneinander wahrgenommen werden, erklingen nacheinander in der Galerie. Außerhalb von Herrenhausen werden zwei große Konzerte gespielt. Nach ihrem gefeierten Auftritt in 2016 kommt das belgische Vokalensemble graindelavoix in diesem Jahr in die Marktkirche in der Hannoveraner Innenstadt und bringt die vollständigen Tenebrae Responsoria von Carlo Gesualdo in einem Mammutkonzert zur Aufführung. 

Das Großereignis der KunstFestSpiele 2018 ist das Requiem von Hector Berlioz am 27. Mai, mit fast 500 Mitwirkenden unter der musikalischen Leitung von Ingo Metzmacher. Für die Erstaufführung in Hannover versammelt Festivalintendant Ingo Metzmacher erneut die musikalischen Kräfte Hannovers zur Aufführung eines außergewöhnlichen und monumentalen Werkes. Dafür kooperieren die KunstFestSpiele mit der NDR Radiophilharmonie, dem Orchester der Hochschule für Musik, Theater und Medien und neun hannoverschen Chören. Als Solist konnten die KunstFestSpiele den international renommierten Tenor Werner Güra gewinnen. 

Im Bereich Theater/Performance kommen drei dem KunstFestSpiele-Publikum bekannte Künstler_innen nach Herrenhausen, die teils sehr intime Produktionen mitbringen. Rabih Mroué zeigt in seiner Performance auf eindrucksvolle und emotionale Weise die faszinierende Geschichte der Rima Kamel, die in jungen Jahren ein Kinderstar der arabischen Welt war. Die Künstlergruppe BERLIN gestaltet mit ZVIZDAL – (Chernobyl - so far so close) einen eindrücklichen Abend zur Reaktorkatastrophe in Tschernobyl im Jahr 1986. Im Zentrum der Theaterinstallation Kabinett Ferrari der beiden Bühnenbildner und Lichtdesigner Anne Kuhn und Klaus Grünberg in der Orangerie stehen die akustischen Panoramen von Luc Ferrari, dem französischen Komponisten und Vertreter der Musique Concrète. Klaus Grünberg war 2016 mit seiner beeindruckenden Lichtinstallation Finsternis1816 in Herrenhausen zu sehen. Kabinett Ferrari ist im Kombiticket mit der Klanginstallation Ascension in Noise zu erwerben, die parallel in der Galerie in einer 4-stündigen Veranstaltung das gesamte menschliche Hörspektrum erlebbar macht. Das Publikum ist eingeladen sich frei in der Installation zu bewegen und kann sie zwischendurch verlassen und wieder betreten. Erstmalig ist die österreichische Schauspielerin Anna Mendelssohn zu Gast bei den KunstFestSpielen. In ihrer rasanten, emotionalen Performance Cry Me A River bedient sie sich minimaler theatraler Mittel und macht die Komplexität des Klimawandels zum Thema. 

Die Choreografin Eszter Salamon hat ein außergewöhnliches Ausstellungsformat aus dem Blickwinkel des Tanzes entwickelt. Stammes- und Kriegstänze aus den Krisenregionen der Welt, aus Asien, Afrika, Südamerika und dem Mittleren Osten sind ihr Bewegungsmaterial für die Arbeit MONUMENT 0.4: LORES & PRAXES (a ritual of transformation), bei der zehn Tänzer_innen das Publikum in die Galerie Herrenhausen einladen. 

Zwei künstlerische Arbeiten bringen Film bzw. Video in Verbindung mit Musik. Mit The Way Sounds Go realisiert der dänische Komponist, Installationskünstler und Star der Neuen Musik-Szene Simon Steen-Andersen gemeinsam mit dem Hamburger Decoder Ensemble, einen aufregenden Konzert-Abend mit unerwarteten Wendungen und gelegentlicher Komik, die die Wachsamkeit des Publikums immer wieder neu herausfordern. In Fausto Romitellis Video-Oper An Index of Metals, erzählt das renommierte belgische Ictus Ensemble die Geschichte von der Verschmelzung der Wahrnehmung. Drei Filme werden auf Leinwände projiziert, treten in einen Dialog mit der Musik für Sopran und elf Instrumente und entfalten so ungeheure musikalische und visuelle Kräfte. 

Das Spiegelzelt mit seiner einzigartigen Atmosphäre wird in diesem Jahr in neuer Innengestaltung wieder für die gesamte Dauer der KunstFestSpiele zwischen Ehrenhof und Orangerie als lebendiges Festivalzentrum dienen. Die freitagsküche aus Frankfurt begleitet alle Mitwirkenden sowie Festivalbesucher_innen und Gartenflaneure kulinarisch und künstlerisch: tagsüber als Café und Kantine, abends als Bar und Restaurant. An sieben ausgewählten Abenden wird es nach den Aufführungen unter dem neuen Namen Tischgespräche wieder die begehrten Dinner geben, bei denen das Publikum beim gemeinsamen Essen und Trinken, mit den Künstler_innen des Festivals ungezwungen ins Gespräch kommen kann. 

Das vom Lindener Club Feinkost Lampe kuratierte Konzertprogramm sorgt auch 2018 wieder für das klangliche Ambiente im Spiegelzelt. Neben dem argentinischen Cellisten Sebastian Plano treten bei freiem Eintritt der kanadische Komponist John Kameel Farah und das dänische Quintett Girls in Airportauf. Mit dem Konzert von Sarah Neufeld findet erstmals ein Feinkost Lampe-Abend in der Galerie statt (Tickets im Vorverkauf). An allen Abenden runden ausgewählte DJ-Sets die jeweiligen Livekonzerte ab.

Die KunstFestSpiele verlosen 2018 erneut FlatrateFestival-Pässe (FF-Pässe), die insgesamt 30 Studierenden, Auszubildenden und FSJlern den kostenfreien Zugang zu allen verfügbaren Veranstaltungen der KunstFestSpiele ermöglichen. Weiterhin gilt darüber hinaus der 50% Rabatt für junge Menschen.

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