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Bezirksrat Döhren-Wülfel: Stundenlange Anhörung zum Thema S-Bahnhof

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Hier unter der Eisenbahnbrücke soll ine Treppe hinauf zum zukünftigen Bahnsteig führen Jens Schade Hier unter der Eisenbahnbrücke soll ine Treppe hinauf zum zukünftigen Bahnsteig führen

HANNOVER. Geschlagene zwei Stunden und zehn Minuten kannte der Bezirksrat Döhren-Wülfel auf seiner Mai-Sitzung am gestrigen Donnerstag nur ein Thema. Der geplante S-Bahnhof auf der Eisenbahnbrücke zwischen den Stadtteilen Döhren und Waldhausen. Die Region Hannover (als zuständige Behörde für den Nahverkehr), die Deutsche Bahn und beteiligte Ingenieurbüros waren zusammen mit über zehn Personen in den Saal des Freizeitheims Döhren gekommen und stellten die aktuellen Pläne vor.

Um einen guten Übergang zwischen der Stadtbahn und der Eisenbahn zu ermöglichen, werden die Straßenbahngleise verschwenkt, so dass eine Aufgangstreppe direkt mitten unter der Eisenbahnbrücke Fahrgästen den Wechsel zwischen den Bahnen ermöglicht. Aus Platzgründen kann ein Fahrstuhl allerdings nur auf der östlichen Brückenseite gebaut werden.

Um oben auf der Brücke einen Bahnsteig bauen zu können, muss das zur Innenstadt gelegene Eisenbahngleis noch ein Stückchen weiter nach Norden verlegt werden. Damit Bregenzer Straße und Riepestraße ihre bisherige Breite behalten können, soll die Fläche des heutigen Bahndammes dafür in Anspruch genommen werden. Das bedeutet: statt eines begrünten Hanges muss zukünftig eine Stützmauer hier im Bereich des neuen Haltepunktes die Bahnanlagen begrenzen. Die Bahnvertreter versprachen aber, weiterhin für Grün an dieser Stelle zu sorgen. Allerdings müssen einige Bäume in diesem Bereich gefällt werden. Das rief Anwohner der Begrenzer Straße auf den Plan, die dadurch ein ungünstiges Mikroklima für ihre Wohnhäuser befürchten.

Ein Park & Ride-Parkplatz ist nicht vorgesehen. „Wir wollen eine Umsteigeverbindung schaffen, nicht zusätzlichen Verkehr nach Waldhausen locken“, hieß es zur Begründung. Dies entspricht auch den Wünschen des Stadtbezirksrates. Der hatte bereits vor einigen Jahren die Idee eines derartigen Parkplatzes verworfen.

Etwas an die falsche Adresse geraten waren einige Anlieger, die sich für die Zukunft Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung für die Bregenzer Straße wünschten. Das sei nicht Gegenstand des Projektes, hieß es, sondern Sache der Stadt Hannover. Auch der Bezirksrat Döhren-Wülfel dürfte in dieser Angelegenheit kaum weiterhelfen können, sieht die Stadtverwaltung doch die Bregenzer – und Salzburger Straße als Fahrweg von überörtlicher Bedeutung an, wofür Bezirksräte nicht zuständig sind.

Läuft alles wie vorgesehen, könnte der neue Bahnhof in den Jahren zwischen 2026 und 2028 gebaut werden. Die Planer sind optimistisch, dass die Sache ein Erfolgsprojekt und für viele Öffi-Nutzer Vorteile bringen wird.

Einstimmig stimmte der Bezirksrat danach den Durchführungsvertrag zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan Nr. 1881 - Wohnpark Brabrink zu. An der Stadtgrenze zu Laatzen entsteht ein neues Wohngebiet. Auch Sozialwohnungen sind geplant.

 Die Veloroute 08 soll nicht über die Frobösestraße, sondern direkt von der Wiebergstraße in die Brückstraße und von dort weiter in die Schützenallee geführt werden. Diesen gemeinsamen Antrag von SPD und CDU beschloss der Bezirksrat mit Mehrheit vor allem gegen die Stimmen der Grünen. Dies sei der direkte und einfachere Fahrweg. Außerdem würde so verhindert, dass in der Frobösestraße Parkplätze der Anlieger entfallen.

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