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Große Empörung im Bezirksrat wegen „Wichmann“ – Vereine können Bunker weiterhin nutzen

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Trauriger Anblick: Das leere Grundstück der früheren Gastwirtschaft Wichmann. Die SPD fragte nach. Jens Schade Trauriger Anblick: Das leere Grundstück der früheren Gastwirtschaft Wichmann. Die SPD fragte nach.

HANNOVER. Da war der Bezirksrat richtig sauer. Die Antwort der Verwaltung in der Juni-Sitzung des Bezirksrates Döhren-Wülfel auf eine SPD-Anfrage hat den Ortspolitiker überhaupt nicht gefallen. Weil auf dem leergeräumten Grundstück der ehemaligen Gastwirtschaft Wichmann so rein gar nichts passiert ist, wollten die Sozialdemokraten wissen: „Wie ist der Sachstand des?“ Stadtbezirksmanager Sven Berger verlas die Stellungnahme aus dem Bauamt: „Nach wiederholten Nachfragen zum zu erwartenden Baubeginn hat der Investor die Verwaltung schriftlich darüber informiert, dass die Ausschreibungen zum Realisieren des genehmigten Vorhabens unerwartet hohe Baukosten erbracht hätten und er deshalb wegen der daraus resultierenden deutlichen Unwirtschaftlichkeit “nicht mehr an dem Konzept festhalten“ könne.“

Das brachte Vize-Bürgermeisterin Gabriele Jakob (sie leitete anstelle der erkrankten Bürgermeisterin Antje Kellner die Sitzung) auf die Palme. „Ich bin empört“ rief sie, „das werden wir nicht hinnehmen!“

Eine gute Nachricht gab es allerdings für den Kärntner Platz in Waldhausen. Dr. Gudrun Koch (SPD) wies in einer weiteren SPD-Anfrage darauf hin, dass er „leider …  etwas trostlos (wirkt), weil es keine Blumenrabatten mehr gibt, sondern nur eine große Rasenfläche sowie eine Randbepflanzung mit Büschen und Bäumen.“ Doch hier sind bessere Zeiten schon absehbar. „Die Verwaltung möchte im westlichen Teil der Fläche eine insektenfreundliche Blüheinsaat (mit der Hannover-Mischung) durchführen und ein Insektenhotel aufstellen.“, heißt es in der Antwort aus dem Rathaus.  Es sollen daneben noch stellenweise insektenfreundliche Sträucher gepflanzt werden.

Die Christdemokraten beschäftigten sich in einer Anfrage ihrer Fraktion mit der Zukunft der Kita St. Petri an der Brückstraße. „Wann und wo soll der Neubau der Kindertagesstätte realisiert werden?“ fragten sie. Die Stadt: „Die Kita Brückstraße soll neu gebaut werden, da eine Sanierung des bestehenden Gebäudes unwirtschaftlich ist. Leider gestaltet sich die Suche nach einem geeigneten Interimsstandort zur Auslagerung der Kita während der Bauphase im Stadtteil äußerst schwierig. Die Planung eines Neubaus auf dem ehemaligen Kitagrundstück Wiehbergstraße/Richartzstraße im Tausch mit einem Spielplatz auf dem Grundstück der Kita Brückstraße wurde zuletzt als wirtschaftliche Lösung seitens der Verwaltung favorisiert. Nach einem aktuellen Gutachten wurde das Grundstück aufgrund eines Wildbienenvorkommens als nicht bebaubar eingestuft. Aktuell werden neue Standorte geprüft und weitere Gutachten ausgewertet.“

Die Fraktion der Grünen griff in einer anderen Anfrage das Thema „Schulexpress auf. Die dahinterstehende Idee: ein gemeinsamer Fußweg der Kinder zur Schule. Haltestellen des Schulexpresses werden dabei beschildert; hier können sich Kinder treffen, um dann gemeinsam den Schulweg anzutreten. Die Grünen wollten wissen, ob so etwas auch in Döhren-Wülfel machbar sei.

Die Stadt: „Die Initiative zur Teilnahme am Projekt müsste von den Schulen ausgehen, weil das Konzept in der Vorbereitung, Planung und Durchführung intensiv mit den Eltern kommuniziert werden muss, um eine entsprechende Akzeptanz zu erreichen.  Dies kann am besten und effektivsten über die Schule erfolgen. Die Verwaltung unterstützt das Projekt ausdrücklich, da es zur Förderung der Selbstständigkeit der Schulkinder beiträgt und auch Elterntaxiverkehr verhindert. Die Verwaltung begleitet Projekte gerne z.B. bei der Standortfindung für die Schulexpressbeschilderung. Es ist auch eine finanzielle Unterstützung möglich, in dem z.B. die Kosten für die Schilderproduktion übernommen werden.“

Im Stadtbezirk haben einige Vereine in alten Weltkriegsbunkern ein Domizil gefunden. Mit der veränderten weltpolitischen Lage sind auch dies alten Schutzbauten wieder ins Blickfeld geraten.  „Welche öffentlichen Schutzräume sind in unserem Stadtbezirk vorhanden, für wie viele Personen sind diese ausgelegt?“, wollte Anja Schollmeyer für die SPD-Fraktion in einer Anfrage wissen. Und was passiert mit den Bunkern, in denen Vereine eingezogen sind? Die Antwort der Stadt: „Nach Aufgabe des Schutzraumkonzeptes wurde die Überprüfung, Bereitstellung und funktionale Erhaltung von Schutzräumen jeder Art durch den Bund eingestellt und bisher nicht wieder aufgenommen. Dennoch hat der vom Bund angekündigte Stopp des Rückbaus stattgefunden und in diesem Zuge wurden die noch vorhandenen Schutzräume erneut vom Bund erfasst; in der Landeshauptstadt Hannover wurden keine reaktivierbaren Schutzräume ermittelt. Die Wiederaufnahme der Schutzraumplanung und ggf. Ertüchtigung ist in der Landeshauptstadt Hannover derzeit nicht vorgesehen bzw. bekannt.“ „Kurzfristig“, das bestätigte Stadtbezirksmanager auf eine entsprechende Nachfrage von Jens Schade, ist deshalb „die Situation für die Vereine sicher.“


Eine Reaktivierung des Bunkers an der Wiehbergstra0e als Schutzraum – hier eine historische Aufnahme – ist derzeit nicht geplant.

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