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Berlin (pm). Der Bundesrat hat am 27. November 2020 das Gesetz zur Stärkung der Vor-Ort-Apotheken gebilligt, das der Bundestag Ende Oktober beschlossen hatte.

Stärkung flächendeckender Arzneimittelversorgung durch lokale Apotheken

Ziele des Gesetzes sind es, die flächendeckende Arzneimittelversorgung der Bevölkerung durch Vor-Ort-Apotheken zu stärken, solche Apotheken gezielt zu fördern und in ihrer Funktion für die qualifizierte Arzneimittelversorgung zu unterstützen.

Verbot von Rabatten auf rezeptpflichtige Medikamente

Das Gesetz sieht vor, dass für gesetzlich Versicherte künftig der gleiche Preis für verschreibungspflichtige Arzneimittel gilt – unabhängig davon, ob sie bei einer Vor-Ort-Apotheke oder einer EU-Versandapotheke kaufen. Versandapotheken dürfen gesetzlich Versicherten dann keine Rabatte mehr auf rezeptpflichtige Arzneimittel geben.

Neue Dienstleistungen

Der Deutsche Apothekerverband und der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung können neue pharmazeutische Dienstleistungen vereinbaren, um die Versorgung der Patientinnen und Patienten zu verbessern. Möglich wären insofern z.B. eine intensive pharmazeutische Betreuung bei einer Krebstherapie oder die Arzneimittelversorgung von Pflegebedürftigen zu Hause. Hierfür werden durch eine Änderung der Arzneimittelpreisverordnung erhebliche Mittel zur Verfügung gestellt.

Zusatzbetrag für Botendienst

Wenn Apotheken verschreibungspflichtige Arzneimittel an gesetzlich Versicherte per Botendienst ausliefern, dürfen sie dauerhaft einen zusätzlichen Betrag in Höhe von 2,50 Euro je Lieferort und Tag erheben.

Hintergrund: Urteil des EuGH

Der Europäische Gerichtshof hatte 2016 entschieden, dass die Preisbindung bei verschreibungspflichtigen Arzneien in Deutschland für ausländische Internet-Apotheken gegen den freien Warenverkehr verstößt. Das neue Gesetz erreicht einheitliche Preise dadurch, dass es die Rechtswirkung des Rahmenvertrages über die Arzneimittelversorgung - auch für EU-Versandapotheken - als Voraussetzung dafür vorsieht, an gesetzlich Versicherte Medikamente abgeben und mit den Krankenkassen abrechnen zu können. Apotheken, für die der Rahmenvertrag gilt, werden verpflichtet, bei der Abgabe verordneter Arzneimittel an gesetzlich Versicherte im Wege der Sachleistung den einheitlichen Apothekenabgabepreis einzuhalten und Versicherten in der GKV keine Zuwendungen zu gewähren.

Unterzeichnung - Verkündung - Inkrafttreten

Nach Unterzeichnung durch den Bundespräsidenten wird das Gesetz im Bundesgesetzblatt veröffentlicht und kann dann am Folgetag zu großen Teilen in Kraft treten. Die Regelung über den Zusatzbetrag für die Auslieferung per Botendienst wird erst am 1. Januar 2021, eine Änderung der Arzneimittelpreisverordnung zur Erhebung eines Zuschlags von 20 Cent zur Finanzierung zusätzlicher pharmazeutischer Dienstleistungen ein Jahr nach Inkrafttretens des überwiegenden Teils des Gesetzes in Kraft treten.

Hannover (pm). Zuhören, mitfühlen, Zeit und Ruhe geben, entlasten: Das sind die vier Säulen auf dem der Ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst (KiHo) des ASB Hannover ruht. Seit nunmehr 15 Jahren engagieren sich ehrenamtliche Familienbegleiter für Kinder und Jugendliche, die unheilbar und lebensverkürzend erkrankt sind, und unterstützen deren Familien.

Die zurückliegenden Monate der Corona-Pandemie waren auch für den KiHo eine Herausforderung. Aus Infektionsschutzgründen war es vielen Begleitern nicht oder nur eingeschränkt möglich, ihre Schützlinge zu besuchen. Zwar haben sie kreativen Ersatz gefunden, Videotelefonie etwa, Geschenkpakete und Briefe oder Treffen an der frischen Luft mit Maske und Abstand. Doch der persönliche Kontakt habe gefehlt, berichtet Koordinatorin Brigitte Sudmann. „Berühren, Streicheln, im Arm halten, Singen: Das ist wichtig. Die Kinder werden ruhig und entspannen sich. Das fehlt einfach.“ Sudmann blickt dennoch optimistisch nach vorn. „Die Unterstützung des KiHo ist wichtig. Wir werden Wege finden, unseren Familien zu helfen.“

Die Hilfe des ASB-KiHo-Teams ist für die betroffenen Familien kostenlos. Der KiHo finanziert sich durch Fördergelder der Krankenkassen sowie durch Spenden. Spendengelder sind deshalb von zentraler Bedeutung für den Hospizdienst, weil weder die so wichtige Betreuung der Geschwisterkinder noch die Trauerbegleitung nach dem Tod eines Kindes von den Krankenkassen finanziell unterstützt wird. Auch begleitende Materialien wie die „Klangwiege“ und der „Gravity Chair“, die die Sinne der schwerkranken Kinder anregen und ihre Lebensqualität verbessern, wären ohne Spenden nicht denkbar. Dank der großzügigen Unterstützung der Bürgerstiftung Hannover konnten diese Hilfsmittel für 2 Heime angeschafft werden, in denen Ehrenamtliche des KiHo tätig sind.

Hauptamtlich sind für den KiHo Hannover zwei Mitarbeiterinnen zuständig. Sie sind mit jeweils einer vollen und einer halben Stelle tätig. Darüber hinaus engagieren sich insgesamt 34 Familienbegleiter und Familienbegleiterinnen ehrenamtlich – 21 sind aktiv, 13 pausieren zurzeit, weil sie sich verstärkt um ihren Beruf oder das Studium kümmern müssen.

Unterstützung erfährt der Ambulante Hospizdienst außerdem von Sabrina Hering-Pradler. Die Kanutin hat 2016 bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro die Silbermedaille im Vierer-Kanu der Frauen geholt und ist seit 2017 Botschafterin des ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst vom ASB Hannovers.

Die Familienbegleiter sind das Herzstück des KiHo – zusammen mit den Familien bilden sie oft über Jahre hinweg eine feste Einheit. Sie besuchen ihre Schützlinge Zuhause, kümmern sich liebevoll um die schwersterkrankten jungen Patienten sowie auch um die Eltern und die gesamte Familie. Denn auch die Geschwisterkinder sind oft durch die schwierige familiäre Situation belastet und freuen sich, wenn sie es einmal sind, denen bei Spaziergängen, Ausflügen, bei Gesellschaftsspielen oder auf dem Spielplatz die ungeteilte Aufmerksamkeit zuteilwird.

Einige der ehrenamtlichen Helfer bringen bereits wertvolle berufliche Eignungen mit. So sind unter den Familienbegleitern zwei Trauerbegleiter, eine Trauma-Pädagogin, ein professioneller Coach sowie eine Seelsorgerin. Doch diese Qualifikationen sind keine Voraussetzung, um beim KiHo des ASB Hannover als Familienbegleiter tätig zu sein.

Jeder neue interessierte und geeignete Helfer durchläuft einen sogenannten Befähigungskurs. Inhalte des 80-Stunden-umfassenden Kursus sind die Auseinandersetzung mit eigenen Verlusten und die Sensibilisierung für die besondere Situation, in der sich Familien befinden, wenn junge Menschen lebensverkürzend erkrankt sind, sowie das Thema zugewandte und unterstützende Gesprächsführung und Kommunikation. Der Kursus findet einmal wöchentlich werktags am Abend oder ganztägig samstags am Hauptsitz des ASB in der Peterstraße statt und ist daher auch für Berufstätige geeignet. 

Langenhagen (pm). In der Walsroder Straße werden im Abschnitt Bahnhofstraße und Robert-Koch-Straße an verschiedenen Stellen Schächte im Fahrbahnbereich reguliert.

Die Arbeiten werden in dem Zeitraum von Montag, 30. November, bis Freitag, 18. Dezember, durchgeführt. Um den Verkehr geringstmöglich einzuschränken, wird die Maßnahme mithilfe einer Wanderbaustelle umgesetzt.

In der Imhoffstraße müssen ebenfalls Schächte reguliert werden. Dafür ist eine Sperrung erforderlich. Der dafür geplante Termin ist Mittwoch, 9. Dezember.

Hannover (pm). Seit dem 25.11.2020 können Unternehmen, Soloselbständige und freiberuflich Tätige ihre Anträge für die Novemberhilfen stellen. Direkt nach erfolgreicher Antragstellung wird automatisch ein Abschlag an die Betroffenen ausgezahlt. Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann ist zufrieden: „Die Bundesregierung hat ordentlich Tempo gemacht. Das ist gut so. Die von staatlicher Seite angeordneten Betriebsschließungen stellen viele Unternehmen vor große Herausforderungen. Es war mir daher wichtig, dass wir schnell zu ersten Auszahlungen kommen. Damit können wir auch Insolvenzen verhindern."

Die Novemberhilfe steht allen Unternehmen, Soloselbständigen und freiberuflich Tätigen im Haupterwerb zu, die ihren Geschäftsbetrieb durch Schließungsverordnung im November einstellen mussten oder die mindestens 80 Prozent ihrer Geschäftstätigkeit mit geschlossenen Unternehmen abwickeln. Es wird eine Pauschale in Höhe von 75 Prozent des Novemberumsatzes 2019 gewährt.

Soloselbständige erhalten nach erfolgreicher Antragstellung den errechneten Förderbetrag bis zu 5.000 Euro direkt über die Bundeskasse. Alle anderen Unternehmen erhalten auf die beantragte Fördersumme zunächst einen Abschlag in Höhe von 50 Prozent, maximal 10.000 Euro.

Niedersachsens Wirtschaftsministerium hat sich in den Gesprächen mit dem Bundeswirtschaftsministerium intensiv für bestmögliche Konditionen bei den Novemberhilfen eingesetzt. Althusmann: „Wir haben erreicht, dass nicht nur Hotels, sondern das gesamte Beherbergungsgewerbe als direkt betroffen gilt, ebenso Bäckereien und Konditoreien mit angeschlossenem Cafébetrieb. Der Vorteil: Anträge für die Novemberhilfe können ohne komplizierte Nachweise gestellt werden."

Mit Blick auf das heutige Gespräch zwischen Bundeskanzlerin und den Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder fordert Althusmann: „Wenn die Lockdown-Maßnahmen auf Dezember verlängert werden, wünsche ich mir auch ein Bekenntnis zur Anpassung der außerordentlichen Wirtschaftshilfen. Dieses Signal ist für die Akzeptanz der Maßnahmen und für unsere Unternehmen wichtig."

Antrag und Informationen zur Novemberhilfe: www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de

Hannover (pm). Mit einem außergewöhnlichen Projekt bringen der Jazz Club Hannover und die ÜSTRA die Kultur in die heimischen Wohnzimmer: Pünktlich zum 1. Advent, am 29. November, startet eine gemeinsam produzierte Serie von Literaturlesungen, umrahmt von Jazzmusik, als virtuelles Streaming-Angebot. Die insgesamt sieben Videos können auf den Facebook-Kanälen der ÜSTRA und des Jazz Clubs sowie auf dem YouTube-Kanal und der Website der ÜSTRA abgespielt werden.    Das Besondere dabei: In den Stücken, die für die Lesungen ausgesucht wurden, geht es immer – aus den verschiedensten Blickwinkeln – um Nahverkehr. „Wir wollen als Teil der Stadtgesellschaft die hannoversche Kulturszene in dieser für sie extrem schwierigen Zeit unterstützen und sind sehr stolz auf die Zusammenarbeit mit dem Jazz Club als einer der wichtigsten Kulturinstitutionen Hannovers“, sagt dazu Dr. Volkhardt Klöppner, Vorstandsvorsitzender der ÜSTRA. Für den Jazz Club Hannover rief die Produktion, die Ende September im orangeroten Jazzkeller nach intensiver Planung umgesetzt wurde, zugleich glückliche Erinnerungen an den seit März ruhenden Konzertbetrieb wach. „Wir versuchen stetig neue Ideen zu entwickeln, um die hannoversche Jazzszene und das Kulturleben der Stadt auch in dieser schwierigen Zeit am Leben zu erhalten“, erklärt die Jazz-Club-Vorsitzende Vanessa Erstmann. „Wir sind unglaublich dankbar und glücklich, dass wir gemeinsam mit der ÜSTRA dieses besondere Kulturprojekt umsetzen durften.“Die Autoren und Werke für das Gemeinschaftsprojekt „Literatur trifft Jazz“ wurden von dem hannoverschen Germanisten Eberhard Schneider ausgesucht. Was hat Autoren von Weltruf wie Thomas Mann, Alfred Döblin oder Franz Kafka am Nahverkehr so gereizt? „Straßenbahnfahrten werden in der Literatur des frühen 20. Jahrhunderts zu einem häufig auftauchenden Motiv,“ erläutert Eberhard Schneider: „Die Autoren begeben sich in das Dickicht der Städte. Ihre Geschichten spielen in den verwirrenden Knotenpunkten des Verkehrs, so wird die Literatur neben Fotografie und Film zum Seismografen der städtischen Betriebsamkeit, zum Beobachter der Menschenmassen, der Verkehrsströme, der Neugestaltung der Innenstädte.“ Zu hören sind in der Serie Auszüge aus Werken von Alfred Döblin, Thomas Mann, Franz Kafka, Irmgard Keun, Pascal Mercier, Raymond Queneau und Uwe Tellkamp. Gelesen werden sie von der hannoverschen Schauspielerin, Moderatorin und Sprecherin Sabine Ehlers. Der hannoversche Jazzpianist Elmar Braß begleitet die Lesung musikalisch am Flügel das Jazz Clubs. Zu hören sind auf die literarischen Werke abgestimmte Jazztitel wie „In my Solitude“ von Duke Ellington, „Mackie Messer“ von Kurt Weill oder „I love Paris“ von Cole Porter. Für die Anmoderation der jeweils etwa zehnminütigen Reisen durch die Literatur- und Musikgeschichte konnte Hannovers 1. Bürgermeister Thomas Hermann gewonnen werden, der als Ehrenmitglied des Jazz Clubs und Botschafter der UNESCO City of Music nicht nur der hannoverschen Kulturlandschaft, sondern insbesondere dem Jazz sehr verbunden ist.

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