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Wie werden sich die Peiner in Zukunft fortbewegen?

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Wie werden sich die Peiner in Zukunft fortbewegen? Wie werden sich die Peiner in Zukunft fortbewegen? (C) Stadt Peine
Veranstaltung zum Klimaschutz:  Wie werden sich die Peiner in Zukunft fortbewegen? Klimafreundliche Mobilität geht zu Fuß, mit dem Rad oder elektrisch

Dass zur Zukunft der Mobilität auch der Abschied vom benzinschluckenden Auto gehört, ist der Fachwelt und auch vielen Menschen in der Bevölkerung längst klar. Wie aber kann eine klimafreundliche Mobilität für Peine konkret aussehen? Diese Frage wurde in der Eichendorffschule im Rahmen der Erstellung des Klimaschutzkonzepts für die Stadt Peine diskutiert.


Wie werden sich die Peiner in Zukunft fortbewegen? (C) Stadt Peine

Wie werden sich die Peiner in Zukunft fortbewegen? (C) Stadt Peine

Bis 2030 soll der Verkehr, so das Ziel der Bundesregierung, 40 Prozent weniger Treibhausgase verursachen als heute. Eine hohe Hürde, die aber durch die Kombination zahlreicher Maßnahmen zweifellos zu überwinden ist. Das wurde in der Veranstaltung schnell deutlich. Dazu hatte das Büro merkWATT aus Braunschweig eine Szenarien-Software vorbereitet, mit der die Auswirkungen verschiedener Maßnahmen beziffert werden konnten. 

Welchen Anteil am gesamten Personenverkehr werden 2030 Elektroautos übernehmen, welche Strecken werden die Menschen mit Fahrrädern zurücklegen? 

Solche und weitere Fragen wurden beleuchtet und auch fachlich bewertet. Schnell wurde in der Eichendorffschule klar: Wenn Bus und Bahn in Peine in attraktiven Taktzeiten verkehren, dann werden sie einen ganz anderen Zulauf bekommen als heute. Und ein höherer Fahrradverkehrsanteil setzt eine Qualität von Wegen und Abstellanlagen voraus, von denen Peine noch ein gutes Stück entfernt ist.

Nach intensiver Diskussion einigten sich die Teilnehmer auf ein Zukunftsszenario mit folgenden Eckpunkten für 2030: 

  • Die Strecke, welche die Menschen im Jahr zurücklegen, bleibt danach gleich.
  • Der Autoverkehr mit Benzin- und Dieselmotoren halbiert sich auf 46 % des Gesamtverkehrs.
  • Zusätzlich werden die Fahrzeuge effizienter und verbrauchen 30 % weniger Kraftstoff.
  • Ein Viertel vom gesamten Verkehr übernehmen Elektroautos.
  • Die Bahn wird ihren Anteil von 6 auf 10 % steigern können.
  • Das Fahrrad wird durch die Pedelecs deutlich an Bedeutung gewinnen.

Sollte dieses Szenario Realität werden, wären auch die Klimaschutzziele eingehalten – zumindest diejenigen für 2030. 

Klar wurde im Workshop aber auch: Für solche Entwicklungen ist nicht nur individuelles Handeln der Einwohnerinnen und Einwohner, sondern auch eine tatkräftige Klimaschutzpolitik der Stadt, des Landkreises und zahlreicher anderer Verantwortlicher notwendig. 

Um diese tätige Klimaschutzpolitik ging es im zweiten Workshop-Teil: Intensiv trugen die Teilnehmer Schwachstellen im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) sowie in der Infrastruktur für Fahrräder in Peine zusammen: Fehlende Radwege, Gefahrenstellen und Hindernisse für Fahrräder mit Anhänger oder mit hohen Geschwindigkeiten füllten eine ganze Stellwand. Und auch über alternative Verkehrskonzepte wie privates Car-Sharing, Mitfahrerbänke und die Förderung der Elektromobilität wurde intensiv nachgedacht. Eine Idee ist beispielsweise eine Einrichtung mit dem ironischen Namen „Selbsthilfegruppe Elektromobilität“: Hintergrund ist die Tatsache, dass in der Bevölkerung so viel Unwissen über die praktischen Vorzüge der Elektrofahrzeuge herrscht, dass dringende Aufklärung und Unterstützung durch „Elektropioniere“ geboten ist. 

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